Bei Mehrlingsschwangerschaft kommt es in den meisten Fällen zu Frühgeburten, und zwar natürlich um so mehr, je mehr Kinder es sind. Nur zehn Prozent aller Drillinge kommen zum errechneten Geburtstermin zu Welt, bei noch höhergradigen Geburten noch weniger. Zwillinge schneiden hier noch am besten ab, denn bei ihnen kommen immerhin 50% zum vorher berechneten Geburtstermin zur Welt. Bei Einzelschwangerschaften kommen nur knapp 10% der Kinder zu früh auf die Welt.

Selektiver SchwangerschaftsabbruchAuch die extremen Frühgeburten kommen bei Mehrlingen häufiger vor; bei Zwillingen beträgt der Anteil 14%,  bei Drillingen 42%. Zum Vergleich: Bei Einzelkindern liegt die Rate nur bei knapp 2%.

Tatsächlich sind Frühgeburten die wohl bedeutendste Komplikation bei Mehrlingsschwangerschaften. Sie haben immer zur Folge, dass die Kinder weniger ausgereift sind und das Geburtsgewicht sehr niedrig ist, so dass sie besondere Betreuung brauchen. Bei sehr hochgradigen Mehrlingsschwangerschaften kann es sogar vorkommen, dass der Schwangeren eine Abtreibung eines oder mehrerer ihrer Kinder angeboten wird, um damit die Überlebenschancen für die anderen zu sichern.

Dies geschieht natürlich nur in den Fällen, in denen die Komplikationen der Mehrlingsschwangerschaft so gravierend, und die zu erwartenden Probleme der Frühchen so schlimm sind, dass die fetale Reduktion bzw der selektive Schwangerschaftsabbruch als bessere Alternative gelten.

Reduktion Technik

Bei dieser Prozedur – angewandt bis zur 13. Schwangerschaftswoche – sticht der Arzt mit einer Kaliumchloridspritze durch die Bauchdecke der Schwangeren. Mit der Nadel tötet er die überzähligen Föten. Der Entschluss zur Tötung ist keineswegs eine Lösung aller Probleme. Das Verfahren der Reduktion birgt, ob es sich nun um gesunde oder bereits geschädigte Embryonen handelt, viele Risiken. In etwa 25 Prozent der Fälle besteht die Gefahr, dass es zum Abort aller Mehrlinge kommt.